Wenn man aber diese kognitive Auslagerung zulässt, dann entwickelt sich ein kritisches Denken entweder bei jungen Leuten gar nicht oder bei älteren Leuten zurück. In der Forschung sehen wir eine Vertrauensspirale: Ein KI-Anwender hat eine positive Erfahrung und damit setzt er noch mehr auf dieses Tool. Und wenn die Nutzung mit kognitiver Auslagerung einhergeht, dann trainiert der Anwender sein kritisches Denken nicht mehr – diese Fähigkeit verfällt. In Seminaren sagen mir viele Menschen: „Nö, ich gucke mir die Vorschläge an und entscheide selbst, ob ich sie annehme oder nicht.“ Aber wenn man hundertmal die KI nutzt und hundertmal zufrieden war oder sogar schon automatisch die Antworten übernimmt, dann entscheidet im Endeffekt längst die KI und nicht mehr der Mensch.
